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Schwerlastverkehr mit Wasserstoff: Die Erfahrungen von IIT Hydrogen beim EMPOWER-Webinar

16/10/2026

Von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Die Tankstelle als entscheidender Faktor für den Güterverkehr

Nach dem Partnertreffen im Mai im NOI Techpark in Bozen hat das europäische Projekt EMPOWER den Austausch mit einem breiteren Publikum durch ein Webinar mit dem Titel „Hydrogen in Heavy-Duty Logistics Deployment“ eröffnet. An dieser Diskussionsrunde nahmen gemeinsam Anna Holzknecht (IIT Hydrogen), Claudio Mezza (IVECO Group), Ezio Spessa (Politecnico di Torino) und Ettore Gualandi (Gruber Logistics) teil.

Den Auftakt machte Anna Holzknecht, Projektmanagerin bei IIT Hydrogen, die die entscheidende Rolle hervorhob, die die Infrastruktur zur Wasserstoffproduktion und -betankung für die Entwicklung des wasserstoffbetriebenen Schwerlastverkehrs spielt. Ohne ein angemessenes Tankstellennetz können Wasserstoff-Lkw nämlich die Versuchsphase nicht verlassen. Die europäische AFIR-Verordnung sieht bis 2030 eine Tankstelle alle 200 km entlang des TEN-T-Kernnetzes vor. Der Punkt ist, dass eine Anlage für Schwerlastfahrzeuge als logistische Infrastruktur konzipiert werden muss: Produktion, Beschaffung, Speicherung, Kompression und Abgabe müssen hohen Drücken, großen Mengen pro Tankfüllung und Nachfragespitzen standhalten. Auch die Betankungszeiten spielen eine Rolle: Bei 700 bar werden heute etwa 5,4 kg Wasserstoff pro Minute abgegeben, das Ziel sind 18 kg. Und dann die Standortwahl: Es braucht keine isolierten Tankstellen, sondern ein Netz, das auf die Güterverkehrswege abgestimmt ist. Zur Untermauerung der Ausführungen von Anna Holzknech dient die Erfahrung auf der Brenner-Achse. In Bozen-Süd, wo IIT Hydrogen seit 2014 grünen Wasserstoff produziert und vertreibt, hat die Anlage bereits mehr als 20.000 Betankungen durchgeführt und 177.000 kg Wasserstoff produziert, wodurch der Ausstoß von 2.400 Tonnen CO₂ vermieden wurde. In Bruneck hingegen hat die gemeinsam mit Alperia realisierte Anlage der Shuttle-Busflotte, die während der jüngsten Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 im Einsatz war, 54 vollständige Betankungen in 12 Tagen gewährleistet.